Mittwoch, 25. Februar 2009

Kochstunde

Schwerstens motiviert, endlich mal ein richtiges sansibarisches Essen zuzubereiten, nahm ich letzte Woche "Nachhilfeunterricht" bei Zuleha in Mpendae, mit dem Daladala etwa 20 Minuten von Stone Town entfernt.
Von der Straße aus sind es dann noch gut 15 Minuten zu Fuß, bis man endlich das Haus erreicht. Die Zutaten waren alle schon hergerichtete und es konnte gleich losgehen. Da ich selbst noch nie auf einem "jiko" - einem Kochgefäß mit einem Fach für Kohle, gekocht habe, sondern bisher immer nur bekocht wurde, war ich auf das Resultat sehr gespannt.

Die Küchen auf Zanzibar befinden sich meistens außerhalb des Wohnhauses, was mit der Rauchentwicklung zu tun hat und sind daher auf mindestens einer Seite offen.

Das Menu hatten wir schon im Vorhinein abgesprochen: es sollte Cassava, Bohnen, Reis, Blätter von Süßkartoffeln (mboga mriba) und Fisch geben. Wir begannen mit Cassava, das einfach nur in gesalzenem Wasser dahinköchelt und dem Fisch, der über Feuer gebraten wurde, bis er knusprig war.
Jetzt kamen wir zum interessanten Teil. Endlich erfuhr ich, wie - und vor allem: wie einfach - die Süßkartoffelblätter, die ich beim ersten Mal als Spinat identifiziert hatte, zubereitet werden. Ein bisschen Salz, Saft einer Zitrone (man kann auch grüne Mango verwenden) und das Ganze ein paar Minuten über dem Feuer erhitzen, kurz wenden. Sind die Blätter weich, gibt man Zwiebel, Tomaten und Kokosmilch dazu.
Nun ist es ja aber nicht so, dass man einfach eine Dose Kokosmilch kaufen könnte, müsste oder auch wollte! Es gibt einen speziellen Schemel, der vorne eine Art Raspel hat. Man schlägt die Kokosnuss also auf (das muss gekonnt sein!) und raspelt was das Zeug hält. Schließlich drückt man die Milch aus. Hat man also diese ganzen Zutaten beigemischt, heißt es nur mehr warten!


Die Bohnen, die es praktisch zu jeder Mahlzeit gibt - sei es Frühstück, Mittag oder Abendessen - sind auch nicht viel komplizierter. Man kocht sie in Wasser, gibt grünen Paprika, Zwiebel, Tomaten, Knoblauch, Kümmel und Ingwer dazu. Wenn es eine Zeit lang vor sich hingeköchelt ist, gibt man schließlich wieder Kokosmilch dazu... Prinzipiell ist überall Kokosmilch dabei...

Nachdem ich den Reis in einem Korb gründlich nach "unreinen" Körnchen durchsucht hatte und auch dieser fertig gekocht war, konnte die Völlerei endlich beginnen! Und das Resultat war alles andere als schlecht... ;-)

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