Täglich sterben rund 1.600 Frauen an den Folgen von Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen. Jährlich sind es eine über halbe Millionen, 99% davon leben in Entwicklungsländern. In unseren Breitengraden ist der Tod von Müttern und auch Säuglingen in der Perinatalphase zu einer Seltenheit geworden, in den meisten afrikanischen Ländern gehören sie immer noch zu einer Haupttodesursache (8%).
Weiters sterben rund 70.000 Frauen jährlich infolge illegaler oder unsachgemäß durchgeführten Abtreibungen.
Schlechter Gesundheits- und Ernährungszustand der Mutter führen häufig zu Fehl- oder Frühgeburten, was wiederum die Kindersterblichkeit erhöht.
Viele Schwangerschaften und Geburten werden nicht medizinisch betreut, in Tanzania sind es nur 36%.
"80 Prozent dieser Todesfälle lassen sich auf fünf Ursachen zurückführen: Blutungen,Infektionen, erhöhter Blutdruck, Überarbeitung und unsachgemäß durchgeführteAbtreibungen. Zusätzlich leiden über 50 Millionen Frauen unter chronischen Beschwerden nach der Schwangerschaft oder Geburt." (UNICEF)
Jedes zehnte Neugeborene stirbt in Entwicklungsländern vor seinem ersten Geburtstag, 16% der Kinder überleben ihren fünften Geburtstag nicht. Die meisten Todesfälle von sowohl Müttern als als Säuglingen haben Ursachen, die mit geringem medizinischem Aufwand wie Impfungen vermeidbar wären.
Die Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Ernährung, Zugang zu Familienplanung und Sexualaufklärung sowie die Stärkung der Rolle der Frauen gehören daher zu zentralen Themen der UN Millenium Development Goals, die bis 2015 erreicht werden sollen. Die Müttersterblichkeit soll bis dahin um drei Viertel gesenkt werden.
Der zanzibarische Präsident stellte am 25. Februar das neu entworfene 8-Jahres-Programm zur Bekämpfung von Mütter- und Neugeborenenmortalität vor. Das Programm, das den Titel "Road map to accelerate reduction of maternal, newborn, and child deaths" trägt, entstand mir der Unterstützung des United Nations Population Fund (UNFPA), unter der Leitung der Direktorin Thoraya Abeid.
“A country is judged by how it treats its women and children, I hope Zanzibar will make it.”
Trotz der in der Vergangenheit gesetzten Maßnahmen bleibt Mütter- und Kindersterblichkeit immer noch eines der größten medizinischen Problemen auf der Insel. Studien und Erfahrungen zeigen, dass vor allem Familienplanung und die Qualität der Gesundheitsversorgung die Zahl der Todesfälle reduzieren können.
Der Gesundheitsminister Sultani Mohamed Mugheiry sieht in diesem neuen Programm einen Meilenstein und ist davon überzeugt, dass schon bald die ersten Erfolge verzeichnet werden können. Der Fokus soll nun auf einer verbesserten Ausbildung im Gesundheitssektor liegen.
Derzeit gebären laut Dr. Hanini Waziri Sogora nur etwa 50% der zanzibarischen Frauen in den Spitälern. 377 von 100.000 Schwangeren sterben infolge von Geburtskomplikationen, wie schweren Blutungen und Eklampsie.
Das neue Programm soll Zanzibar bis 2015 an das Millenium Development Goal heranführen.
“We need political will and availability of funds in order to reduce deaths.”
Vertreter von UNICEF, USAID, WHO, "Partnership for Maternal, Newborn and Child Health", des Gesundheitssektors und NGOs nahmen an der Präsentation des Programmes im Bwawani Hotel teil.
Weitere Infos:
Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung

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