Samstag, 14. Februar 2009

Mittagessen in Michenzani

Endlich haben wir die Einladung von Saidi's Frau angenommen und sind mit leeren Maegen - wie verlangt - und Isabel im Schlepptau Richtung Michenzani marschiert. Michenzani - so wird die Ansammlung von Plattenbauten, gebaut mit Unterstuetzung Deutschlands zur Zeiten des Sozialismus genannt. 


Von meiner Wohnung aus durchquert man erst mal den fruit market am Darajani und tyaucht dann in die weiteren Tiefen des Marktes ein, wo man alles findet, was das Herz begehrt. Neben Unmengen an Bekleidungs- und Schuhgeschaeften gibt es auch Handygeschaefte, Schmuck, Haushaltswaren, Sportequipment und Essensstandeln. Besonders beliebt sind die Geschaefte, die die verschiedensten Stoffe und Tuecher verkaufen. Ueberall funkelt uns glitzert es. Es gibt Kopftuecher in jeder Farbe und mit allen moeglichen Applikationen, von einfachen Stickereien ueber Pailletten und Strass-Steinchen. Man kann so der muslimischen Kleidungsvorschrift gerecht werden, ohen dabei auf seine modischen Ansprueche verzichten zu muessen.Hat man einmal den Markt ueberlebt, kommt man in eine Siedlung niedriger Haeuschen, die mit ihren vergitterten Fenstern bestimmt keinen Brandschutzmassnahmen entsprechen und sich bis zu den Plattenbauten hin erstrecken.
Michenzani besteht aus mehreren Bloecken und Gott sei Dank wohnt Saidi mit seiner Familie gleich im ersten Haus. Man muss sich also erst ein bisschen ueber die Muellhalde kaempfen und dann noch die 6 Stockwerke bis zur Wohnung hinaufsteigen und schon ist man da! Die Wohnungen sind - auch wenn die aeussere Erscheinung der Bauten dies nicht vermuten lassen wuerden und eher abschreckend wirken - fuer hiesige Verhaeltnisse teilweise schon fast luxurioes. Der Nachteil der oberen Stockwerke ist, dass der Wasserdruck leider nicht mehr der staerkste ist, dafuer geht ein angenehmer Zug und vom Balkon aus hat man Sicht auf die ganze Altstadt inklusive Sea-View.


Als wir also ankamen war das Essen bereits fertig und der Boden schon gedeckt :-)
Das Essen, besser gesagt die Unmengen an Essen, war vielfaeltig und koestlich. Es gab Seafood Biriani (ausser man pickt die Prawns raus so wie ich), eine interessante Nudelvariation, Gemuese, Salat, so etwas wie Tzaziki, Mango, Saft usw. Einfach herrlich!
Nachdem wir uns satt gefressen hatten und der Boden aufgequert (ich bin eingentlich relativ stolz auf mich, dass ich, trotz meiner fehlenden jahrelangen Erfahrung mit den Hand zu essen - was besonders bei Reis keine leichte Angelegenheit ist - diejenige bin, die am wenigsten Essen am Boden hinterlaesst...) war, wurden die neuesten Angelegenheiten besprochen und viel gelacht, bevor wir uns der ueblichen Beschaeftigungen bei solchen Besuchen in "wohlhabenderen" Haushalten widmeten, naemlich dem Fernsehen...

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