Mittwoch, 25. Februar 2009

Aussicht auf den Forodhani Garden

Endlich dürfte es bald soweit sein! Man darf sich auf die Eröffnung des neuen Forodhani Garden freuen, nachdem der Termin bereits zweimal verschoben wurde und nun auf April festgelegt ist!
Um aber nicht wieder enttäuscht zu werden, mussten wir die Wahrscheinlichkeit dieser Neuigkeit allerdings selber überprüfen! An einem schönen Nachmittag, kurz vor Sonnenuntergang, begaben wir uns also auf den Weg zum Beit al-Ajaib, auch "House of Wonders" genannt.1883 gab der dritte Sultan Zanzibars, Sayyid Barghash einem britischen Ingenieur den Auftrag für den Bau dieses Palastes, der zu den sechs Palästen dieses Sultans auf der Insel zählt. Das Gebäude sollte ein Symbol der Modernität darstellen, es war das erste mit Strom und sogar einem Aufzug, der allerdings schon lange nicht mehr in Betrieb ist.An der Vorderfront des Palastes soll der Sultan wilde Tiere gehalten haben und das Haupttor wurde so konzipiert, dass ein Elefant durchgeritten werden konnte.
1896 wurde der Leuchtturm durch das Bombardement der Briten zerstört, an seiner Stelle wurde später der Clocktower errichtet. Im 20. Jahrhundert war der Palast Sitz der britischen Kolonialadministration, nach der Revolution 1964 eröffnete die Regierung darin zunächst eine Schule und anschließend ein Museum, das auch heut noch in Betrieb ist.

Beit-al-Ajaib 1904 und 2008
Das Museum skiziert die Geschichte der Swahili-Küste, die von Somalia bis Mosambik reicht, und vom Einfluss der Araber, der Shirazis (Persien) und Händler der Komoren dominiert wurde. Der rege Seehandel brachte auch die Dhow-Kultur von Indien bis an die ostafrikanische Küste. Dhow oder Dhau bezeichnet einen bestimmten Segelschiffstyp, der heute noch auf ganz traditionelle Weise in Nungwi, an der Nordküste Zanzibars, gebaut werden.Mit dem Handel verbreitete sich auch der Islam entlang der Swahili-Küste, heute ist die Bevölkerung Zanzibars zu 99% muslimisch.Derzeit gibt es außerdem Ausstellungen über die traditionelle Bekleidung der Frauen Tanzanias, die Kanga-Tücher, und über die Prinzessin Salme, Tochter des omanischen Sultans Said bin Sultan, die den deutschen Kaufmann Heinrich Ruete heiratete und mit ihm nach Hamburg zog. Nach dem Tod ihres Gatten schrieb Salme unter ihrem deutschen Namen Emily Ruete den Bestseller "Mein Leben im Sultanspalast".

Auf der Terasse des Palastes, die im viktorianischen Stil rund um das Gebäude geht, angekommen, durften wir gleich den wundervollen Ausblick über die Altstadt und den Ozean genießen. Zwischen den Wellblechdächern ragen die Minarette und Kirchtürmer hervor, der Garten des kleineren Palastes Beit-al-Sahel grünt, im Ngome Kongwe, dem Old Fort, ist das Musikfestival voll im Gange. Das um 1700 von den omanischen Arabern als Abwehr gegen die Portugiesen erbaute Old Fort ist alljährlich Schauplatz sowohl des Sauti za Busara Festivals, als auch des ZIFF Filmfestivals, das jedes Jahr im Juli stattfindet.

Die Dhows und Fischerbote liegen um diese Uhrzeit bereits gemütlich in den leichten Wellen und warten auf den Untergang der Sonne, deren Strahlen wunderschön auf den Forodhani Garden fallen. Und was wir sehen lässt uns schwer hoffen, dass der Garten wirklich bald eröffnet wird! Es scheint nur noch das Pavillion zu fehlen...

Also April...Wir werden sehen!

mehr dazu: Aga Khan Trust - Revitalisation of Forodhani

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