Freitag, 6. Februar 2009

Woran man merkt, dass man in Dar angekommen ist?

Nach dem WLAN-Reinfall und der Uebernahme meiner neuen Mutterpflichten - auf all das komm ich spaeter noch zurueck - muss ich jetzt also die ganze letzte Woche rekonstruieren!
Wie schon aus meinem letzten Eintrag hervor geht, war Doha nicht besonders aufregend und ich habe geduldig meine Wartezeit ganz ohne Schlaf abgesessen, zwischenzeitlich noch die Bekanntschaft mit Joseph aus Nigeria gemacht, der von seiner Geschaeftsreise aus China zurueck Richtung Lagos unterwegs war...Der Flug nach Dar es Salaam war, aufgrund einer Ueberdosis Psychopax und des Schlafmangels, relativ schnell vorbei. Besonders lustig fand ich es, dass ich beim Boarding schon bekannte Gesichter erkannt habe mit denen ich dann bei meinen Klogaengen ein wenig Small Talk fuehren konnte... ich sollte mal eine andere Fluglinie nehmen...Einmal am Julius Nyerere International Airport angekommen ist mir dann eingefallen, dass ich gar nicht genuegend Dollar fuer das Visum dabei hatte, was in diesem Land, wo man nicht in der eigenen Landeswaehrung zahlen kann, wohl ein Problem darstellt. Deshalb musste ich also einen netten Flughafenmitarbeiter bitten, mich zur Bank zu begleiten, wo die Angestellte - nachdem sie die Daily News mit ihrer Kollegin besprochen hatte (nicht, dass ich es eilig gehabt haette...) - mir also mein Geld wechselte. Nach ein wenig Laecheln und Hoeflichkeitsaustausch hatte ich dann schwupsdiwups mein Visum. Obwohl mir die Flughafenmitarbeiterin in Wien versichert hatte, dass mein Gepaeck direkt bis Zanzibar durchgecheckt wird, sah ich meine Reisetasche in einer Ecke stehen. Haette mich auch gewundert... Ein hilfsbereiter Junger Typ hat wohl meinen Aerger bemerkt und ist sofort mit einem Wagerl daher gekommen, um mir zu helfen. Gleichzeitig hab ich auch noch seine Handynummer bekommen - just in case!Woran merkt man jetzt also noch, dass man sich bereits in Tanzania befindet? Nun die Handgepaeckskontrolle ist wohl die einzige auf der ganzen Welt, wo ich nicht piepse und keiner mit der Wimper zuckt, wenn ich mit der Cola Dose durchspaziere. Hat man einmal die Boardinghalle betreten bemerkt man sofort, dass ALLE mindestens ein Handy am Ohr haben, SMSen, alle Klingeltoene abspielen, oder sich anderweitig damit beschaeftigen. Die Maschine landet gerade erst in dem Moment, in dem eigentlich das Boarding fuer den Weiterflug beginnen sollte. Aber kein Mensch regt sich, die einzigen, die nachfragen, wann denn jetzt das Boarding endlich losgeht, sind Weisse... Und dennoch fliegen wir puenktlich ab, innerhalb von 5 Minuten sind alle Passagiere an Board und die Sicherheitsanweisungen wurden vorgezeigt!
Und dann kann es schon losgehen, der 15 minuetige Flug, bei dem man zuerst Dar bestaunen und schliesslich schon die Insel sehen kann!
Hamadi hat zur Sicherheit gleich mal 15 Minuten Verspaetung eingerechnet, weshalb ich aufgrund dessen, dass sie genauso lang gebraucht haben, um mein Gepaeck auszuladen, wie der ganze Flug, nicht boese sein konnte :-)
In Mordgeschwindigkeit sind wir dann in einem voellig untermotorisierten Gelaendewagen Richtung Stadt geduest. Daran, dass ich ausgelacht werde, wenn ich mir bei solchen Fahrten den Sicherheitsgurt anlege, bin ich schon gewohnt...
Mein Zimmer ist jedenfalls wie immer, ueberhaupt ist alles gleich. Hier ist wie gewohnt die Welt stehen geblieben.Nachdem ich dann endlich eine Dusche genommen und zwei Stuendchen geschlafen habe, zogen wir also los, um mal alle Leute zu begruessen und die lang ersehnte Zanzibar-Pizza zu geniessen.Da ist aber doch etwas, dass sich veraendert hat! Die "Fress-Strasse" ist umgezogen und befindet sich jetzt vorm Africa House Hotel, um fuer die grosse Neueroeffnung der Forodhani Garden zu ueben, die irgendwann mal stattfinden wird... Die Atmosphaere ist jetzt eine andere, aber sehr nett, vor allem aufgrund des total laecherlichen Kochgewandes inklusive Muetzen und der neuen Hygienemassnahmen, die irgendwie so gar nicht dazu passen! Schluss mit Essensreste und Papp-Teller auf den Boden werfen! Und den Gaesten die Hand zu geben ist auch strengstens verboten, dafuer gibt es eigenes Aufsichtspersonal - kein Scherz!!


Insgesamt also ein netter Start in meinen Aufenthalt hier!

Am naechste Tag, Sonntag, war es aufgrund einer durchgequatschten Nacht aeusserst schwer, aus den Feder zu kommen und das Fruehstueck musste leider entfallen. Nachdem ich dann auch noch den Rest der mir bekannten - oder auch noch unbekannten - Leute begruesst hatte, haben wir uns zum Mittagessen in irgendeinen Hinterhof verzogen, um dort Kochbananen und Fleisch (was fuer eines??) zu essen! Und was fuer welche! Koestlich! Der Hinterhof ist jetzt das neue Stammlokal, nachdem Lukmaan mittlerweile die Preise enorm erhoeht hat! Im Sommer kostete ein Teller Reis noch 800, im Dezember 1000 und jetzt sogar 1200 Shillingi! Diese Preise klingen fuer uns zwar laecherlich, hier macht sowas aber einen riesen Unterschied! Der Teller Kochbananen, der locker fuer 2 Leute reicht, hat 1000 Shillingi gekostet...

Sonst ist, soweit ich mich erinnern kann, nicht viel passiert, ausser dass der Abend wieder in der Fress Strasse seinen Ausklang fand, natuerlich erst nach der all-abendlichen Pflichtmahlzeit Bokoboko mit Joghurt oder heisser Milch...

Achja, zum WLAN... Ich durfte mich zwei Tage lang ueber einen vollen WLAN Empfang in meinem Zimmer freuen, bis ich mit Entsetzen feststellen musste, dass dieser nun Passwort-geschuetzt ist... Pech! Mein Handy hat dann obendrein auch nicht funktioniert, und so ein auf Zanzibar unbekanntes (ja, sowas gibts!) Modell zu entsperren ist echt keine leichte Angelegenheit...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen